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QNG Siegel – Was ist das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude?

FörderHero · aktualisiert am · Fachlich geprüft von Daniel Zedi am

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ist ein Siegel des Bundes für besonders nachhaltige Neubauten, vergeben von akkreditierten Zertifizierungsstellen. Bei KfW 297 und KfW 300 hebt die Stufe QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM den Kreditrahmen um bis zu 50.000 Euro je Wohnung, der Zinssatz bleibt gleich. Gebühren und Beratung kosten Geld, das in jedem Fall anfällt.

Wer die maximale KfW-Förderung beim Neubau möchte, kommt am QNG Siegel nicht vorbei. Aber was genau steckt dahinter – und lohnt sich der Aufwand wirklich? Wir erklären alles was du wissen musst.

Was ist das QNG Siegel?

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ist eine unabhängige Zertifizierung für besonders nachhaltige Neubauten. Es bestätigt dass ein Gebäude nicht nur energieeffizient ist, sondern auch weitere Anforderungen an Ökologie, Gesundheit und soziale Qualität erfüllt.

Das QNG Siegel wurde vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) eingeführt und ist seit 2022 Voraussetzung für die höchste KfW-Förderstufe.

Warum ist das QNG Siegel so wichtig für die KfW-Förderung?

Mit QNG Siegel bekommst du deutlich mehr Förderung:

ProgrammOhne QNGMit QNG
KfW 297100.000 €150.000 €
KfW 300, 1-2 Kinder170.000 €220.000 €
KfW 300, 3-4 Kinder200.000 €250.000 €
KfW 300, 5+ Kinder220.000 €270.000 €

Der Unterschied ist also bis zu 50.000 € mehr Förderung – zum selben Zinssatz wie ohne Siegel. Das Siegel senkt den Satz nicht, es hebt nur den Rahmen.

Zinssätze und Förderbeträge Stand 10.09.2026. Quellen: QNG – Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude · KfW 297 – Klimafreundlicher Neubau

Was wird beim QNG Siegel geprüft?

Das QNG Siegel bewertet drei Bereiche:

1. Ökologische Qualität

  • Energiebedarf und CO₂-Emissionen
  • Verwendete Baumaterialien (Umweltverträglichkeit)
  • Flächeninanspruchnahme
  • Wasserverbrauch

2. Gesundheit und Komfort

  • Raumluftqualität (keine Schadstoffe)
  • Schallschutz
  • Tageslicht und Belichtung
  • Thermischer Komfort

3. Soziale und funktionale Qualität

  • Barrierefreiheit
  • Anpassungsfähigkeit der Grundrisse
  • Fahrradstellplätze
  • Qualität der Außenanlagen

Welche Varianten des QNG Siegels gibt es?

Für die KfW zählen zwei Stufen: QNG-PLUS und QNG-PREMIUM. Die KfW erkennt beide für die Förderstufe „mit QNG“ an, bei KfW 297 wie bei KfW 300. Eine einfachere Stufe reicht für die Förderung nicht.

Wer vergibt das QNG Siegel?

Das Siegel gehört dem Bundesbauministerium (BMWSB), nicht der KfW. Vergeben wird es von akkreditierten Zertifizierungsstellen, die dafür eine Lizenz des Ministeriums haben. Grundlage ist eine Zertifizierung nach einem registrierten Bewertungssystem. Für Wohngebäude nennt qng.info drei Stellen:

  • DGNB GmbH
  • NaWoh (Verein zur Förderung der Nachhaltigkeit im Wohnungsbau e. V.)
  • BiRN (Bau-Institut für Ressourceneffizienz und Nachhaltiges Bauen GmbH)

Die Systeme unterscheiden sich in Aufbau, Gewichtung und Nachweisen – das Siegel QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM ist bei allen dasselbe.

Was kostet das QNG Siegel?

Die Kosten bestehen aus zwei Teilen: den Gebühren der Zertifizierungsstelle und dem Honorar für die Nachhaltigkeitsberatung.

Die Gebühren veröffentlicht zum Beispiel die DGNB (Gebührenordnung für kleine Wohngebäude, gültig ab 01.02.2026). Für ein Einfamilienhaus zahlst du dort ohne Mitgliedschaft 1.350 € netto für Vor- und Endzertifikat und 600 € netto für die QNG-Prüfung, wenn du sie gleich mit anmeldest – nachträglich angemeldet sind es 750 €. Zusammen also rund 2.000 € netto. Andere Zertifizierungsstellen haben eigene Gebühren.

Das Honorar für die Beratung ist darin nicht enthalten. Die DGNB nennt es selbst „stark projektabhängig“. Hol dir dafür Angebote ein, bevor du dich für QNG entscheidest.

Lohnt sich das?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, und Ratgeber, die es tun, rechnen meist zu freundlich. Die Antwort hängt an drei Dingen: an welchem Programm du hängst, an deiner Darlehenssumme und am Marktzins, gegen den du die Förderung vergleichst.

Der Unterschied zwischen den Programmen ist dabei größer als die Zertifizierungskosten. Die zusätzlichen 50.000 Euro tragen bei KfW 300 den Satz von 0,90 %, bei KfW 297 dagegen 2,94 % – gegenüber einem Bankdarlehen ist das eine völlig andere Ersparnis.

Rechne es mit deinen Zahlen durch, statt einer Beispielrechnung zu glauben. Und stell die Zertifizierungskosten von oben dagegen: Sie fallen an, unabhängig davon, wie viel Förderung am Ende herauskommt.

Wie läuft die QNG Zertifizierung ab?

Der Ablauf folgt der Beschreibung auf qng.info:

  1. Nachhaltigkeitsberatung beauftragen – zu Planungsbeginn
  2. Projekt bei einer Zertifizierungsstelle anmelden – sie registriert das Projekt und schließt mit dir einen Zertifizierungsvertrag
  3. Planung – eine Zielvereinbarung legt die angestrebte Qualität fest; ein Planungszertifikat ist optional
  4. Bauphase – die Anforderungen gehen in die Ausschreibungen; bei QNG-PREMIUM werden die Produkte vor dem Einbau geprüft
  5. Nach Fertigstellung – du reichst die Nachweise ein, die Zertifizierungsstelle prüft und vergibt Zertifikat und Siegel
  6. Nachweis bei der KfW – über die Bestätigung nach Durchführung, spätestens 36 Monate nach Vollauszahlung des Kredits

Wichtig: QNG Antrag vor Baubeginn!

Starte den QNG-Prozess zu Planungsbeginn, spätestens vor Baubeginn. Viele Anforderungen betreffen Baustoffe und Ausführung, und die lassen sich nachträglich nur schwer oder gar nicht mehr erfüllen.

QNG Siegel und Fertighäuser

Viele Fertighausanbieter bewerben ihre Häuser mit dem QNG Siegel – das ist grundsätzlich positiv. Aber: Das Siegel bezieht sich immer auf das fertige Gebäude inklusive Grundstück und Ausführung. Ein QNG-zertifiziertes Fertighaus des Herstellers bedeutet nicht automatisch dass dein Gebäude das Siegel bekommt – das hängt auch von Grundstück, Lage und Ausführung ab.

Fazit

Das QNG-Siegel hebt den KfW-Rahmen um bis zu 50.000 Euro – bei KfW 297 ebenso wie bei KfW 300. Es kostet dafür Zertifizierungsgebühren, bei der DGNB rund 2.000 € netto für ein Einfamilienhaus, plus das Honorar für die Beratung – und dieses Geld ist weg, egal wie die Förderung ausfällt.

Ob sich das trägt, entscheidet dein Fall. Der Rechner zeigt dir beide Varianten mit deinen Zahlen.

Die drei wichtigsten Punkte:

  1. QNG-Siegel = bis zu 50.000 € mehr KfW-Förderung, bei gleichem Zinssatz
  2. Nachhaltigkeitsberater früh beauftragen – vor Baubeginn
  3. Gebühren und Beratung kosten Geld, das in jedem Fall anfällt

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Der Rechner startet mit: Neubau · EH 40 + QNG. Kaufpreis, Eigenkapital und Einkommen trägst du selbst ein.

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Häufige Fragen

Welche QNG-Stufe brauche ich für die KfW-Förderung?

QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM. Dazu muss das Haus die Anforderungen an ein Effizienzhaus 40 und an die Treibhausgasemissionen im Gebäudelebenszyklus erfüllen. Das bestätigt ein Nachhaltigkeitszertifikat einer akkreditierten Zertifizierungsstelle.

Brauche ich für das QNG-Siegel einen eigenen Berater?

Ja. Neben der Expertin oder dem Experten für Energieeffizienz bindest du eine Beraterin oder einen Berater für Nachhaltigkeit und eine QNG-Zertifizierungsstelle ein. Die Zertifizierungsstellen findest du im Portal qng.info, die Beraterinnen und Berater auf deren Listen.

Wie erfährt die KfW, dass mein Haus das QNG-Siegel hat?

Über die Bestätigung nach Durchführung: Darin bestätigt die Expertin oder der Experte für Energieeffizienz, dass das Zertifikat einer akkreditierten Zertifizierungsstelle vorliegt.

Finanziert die KfW auch die Kosten der QNG-Zertifizierung?

Bei KfW 297 ja: Die Kosten für Lebenszyklusanalyse und Nachhaltigkeitszertifizierung zählen zu den förderfähigen Kosten. Sie werden also mitfinanziert, geschenkt sind sie aber nicht – du zahlst sie mit dem Kredit zurück.

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